Denkmal des Monats
Haben Sie ein Denkmal - technisches Denkmal oder Naturdenkmal - gesehen, dass sehenswert für andere ist ? Kennen Sie eine besondere Geschichte zu diesem Denkmal? Oder gefällt Ihnen die besondere Gestaltung? Gern greifen wir auch Ihre Ideen und Vorschläge auf.
Schloss und Schlosspark Möckern (DdM 2010-07)
Möckern im Landkreis Jerichower Land ist die flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands und hat sich ihren ländlichen Charakter bewahrt. Dabei ist sie verkehrsgünstig an der B246 a gelegen und ist auch gut mit dem Zug zu erreichen. Das Schloss mit englischem Landschaftspark liegt östlich des Marktplatzes nahe dem Ortszentrum. Die Anfänge des heutigen Schlosses liegen im 10. Jahrhundert, als sich an seiner Stelle eine slawische Wasserburg befand. Als älteste Teile der heutigen Anlage sind aus dem Mittelalter der Bergfried und die wassergefüllten Burggräben erhalten geblieben. Der aus Feldsteinen errichtete Bergfried hat eine quadratische Grundfläche von 11 x 11 m und erstreckt sich über fünf Geschosse mit dem Zugang in neun Metern Höhe. Seine barocke gewölbte und vieleckige Haube, die von einer Laterne bekrönt wird, erhielt der Turm während des Schlossneubaus in den Jahren 1710 bis 1715.Den Neubau veranlasste Christian Wilhelm von Münchhausen, der 1710 Schlossherr geworden war. Er baute die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Anlage wieder auf, und es entstand ein Schloss in Fachwerkbauweise. Anderthalb Jahrhunderte später baute der Besitzer Wilhelm Graf vom Hagen zwischen 1840 bis 1863 das Schlossgebäude in den Formen um, wie sie im Wesentlichen heute noch erhalten sind. Es entstand südwestlich des Bergfrieds ein rechteckiger zweigeschossiger Hauptbau mit einer 13-gliedrigen Fensterfront, der mit dem Turm durch einen hervorspringenden über drei Geschosse aufragenden Baukörper verbunden ist. Anstelle des Fachwerkgebäudes war nun ein Schloss im Baustil der englischen Gotik mit spitzen Türmchen, Zinnen und Fensterverdachungen entstanden. Östlich des Schlosses erstreckt sich der Schlosspark, der als englischem Landschaftspark gestaltet ist. Er ist ein sehenswertes Flächendenkmal. Er wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf Veranlassung des Schlossherren Freiherr Ludwig Philipp vom Hagen unter Mitwirkung des Gartenarchitekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff angelegt. Seine Fertigstellung erfolgte erst unter Graf Christoph vom Hagen 1810. In den Park sind heute der alte Burggraben, Reste der Stadtmauer und Teiche integriert. Während der Park im Süden von der Stadtkirche begrenzt wird, steht in Schlossnähe das im schlichten klassizistischen Stil erbaute Teehaus. Außerdem befindet sich im Park ein aus Findlingen errichtetes quadratisches Mausoleum für die 1907 verstorbene Erika vom Hagen. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Jahre 1991 wird das Schloss heute als Schule genutzt. Die Parkanlage ist für Jedermann zugänglich und lädt das ganze Jahr über zum Besuch ein.






