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Wanderung zur Burgruine Regenstein(TdM 2011-11)

  • Burgruine Regenstein
    Burgruine Regenstein

Wer aus Halberstadt in Richtung Blankenburg mit dem Auto unterwegs ist, kann die Burgruine Regenstein nicht übersehen. Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof in Börnecke, einem Ortsteil von Blankenburg, Den Ort erreicht man nicht nur mit dem Auto. Der HarzElbeExpress (HEX) bringt Wanderer auch in das Waldgebiet des Heers. Ein Besonderheit der Region sind die vielen Kiefern, welche auf Grund der nährstoffarmen Sandböden hier heimisch, für den nahe gelegenen Harz aber eher ungewöhnlich sind. Am Bahnhof Börnecke überqueren wir die Gleise und folgen zunächst der Ausschilderung in Richtung Sandhöhlen. Dort angelangt, erwarten uns eine Lichtung, ein tiefer Geländeeinschnitt und mehrere Höhlen. Hier fühlt man sich tausende Jahre auf einen urgeschichtlichen Thingplatz zurückversetzt. Nach ihrer Erkundung geht es weiter in Richtung Regenstein. Unser Wanderweg mündet nach einem Linksknick in die alte Heerstraße, die Quedlinburg mit Goslar verband. Vor uns erblicken wir die Felsen des Regensteinmassivs, deren unzugängliche Klippen von den beiden im Gebiet vorkommenden Brutpaaren des Uhus bewohnt werden. Im Herbst und Winter erschallt in der Dämmerung der dumpfe Ruf des Uhus über den gesamten Heers. Doch solange wollen wir uns hier nicht aufhalten und nehmen den Weg in westlicher Richtung. Kurz danach zweigen wir links ab und durchqueren einen alten Hohlweg. Er führt uns entlang einer Lichtung und kurz darauf wieder durch den Wald. Am Weg zum Regenstein bemerken wir nun auf der linken Seite viele Grenzsteine, die auf der Vorderseite ein "B" mit einer fortlaufenden Nummer und auf der Rückseite ein "P" zeigen. Sie sind Zeugnisse jener Zeit, als die Festung Regenstein preußische Enklave im Herzogtum Braunschweig war. Bald wird der Wald lichter und wir folgen der Straße hinauf zur Ruine der Festung Regenstein.Die Reste der im Jahre 1162 erstmals erwähnten Burg befinden sich auf einem markanten Felssporn etwa drei Kilometer nördlich der Stadt Blankenburg. Als Besonderheit gilt die aus dem Sandstein herausgearbeitete Architektur mit ihren heute noch erhaltenen 32 Felsräumen und Gräben, die größtenteils noch besichtigt werden können. Zusätzlich hatte die etwa 180 × 90 m große Burg im Mittelalter zahlreiche Gebäude, vier Toranlagen und sieben Türme. Archäologisch nachgewiesen sind Warmluftheizungen an mehreren Stellen und eine 20 m tiefe Zisterne. Die ältesten Funde stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert. Der Regenstein war vom 12. bis 15. Jahrhundert Herrschaftsmittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft, deren Machtfülle den größten Teil des Nordharzes und seines Vorlandes umfasst. Um den Regenstein, der einst Raubritterburg war, ranken sich viele alte Sagen und Geschichten, welche auch dem bekannten SchriftstellersJulius Wolff als Grundlage für sein Buch "Der Raubgraf" dienten.Mitte des 15. Jahrhunderts ist der Regenstein zugunsten Blankenburgs und Derenburgs aufgegeben worden und verfiel bis sie schließlich 1662 in preußischen Besitz gelangte und zu einer preußischen Festung ausgebaut wurde. Zwischenzeitlich wurde sie während der napoleonischen Kriege besetzt. Nach ihrer Rückeroberung 1758 wurde die Burg geschliffen. Die gemauerten Bastionen und Erdwerke sowie die Toranlage sind jedoch auch heute noch sichtbar. Mit der 1812 errichteten Gaststätte begann die touristische Nutzung der erhalten gebliebenen bergfriedFelsenkeller. Die gesamte Anlage ist heute als Freilichtmuseum gestaltet. In einigen Felskasematten sind Funde aus der Burgen- und Festungszeit des Regensteins ausgestellt. Von den höher gelegenen Felsplattformen ist bei guter Sicht ein Rundblick von bis zu 50 km möglich. Nach der Besichtung der Burgruine treten wir unseren Rückweg an. Zunächst gehen wir den Weg, auf dem wir gekommen sind, wieder zurück. Wir verlassen ihn aber alsbald, um - der Beschilderung folgend - einen Hohlweg mit Wagenspuren im Sandstein anzusehen. Einstmals verband er den Regenstein mit dem Vorwerk Nienrode. Am Ende des Hohlwegs kommen wir zu einer Wegkreuzung, an der wir den linken Weg wählen und zur Regensteinmühle wandern. Schon bald fällt unser Blick auf die beiden kaskadenartig angeordneten Wasserräder. Sie sind Nachbauten, die nach den Ergebnissen von Ausgrabungen zwischen 1988 und 1991 wieder errichtet wurden. Neben der Mühle finden wir einen in den Sandstein eingearbeiteten Laufweg. Er führt uns hinauf zum Mühlengraben, der die Mühle mit Wasser versorgt hat. Dann steigen wir wieder hinab und wandern talwärts. Am großen Sandstein nehmen wir den zweiten Weg nach rechts entlang des Waldrandes. Dort, wo der Waldrand nach Westen verspringt (nach ungefähr 10 Minuten Wanderzeit), gehen wir wieder in den Wald hinein und folgen bald den Schildern zurück zum Bahnhof Börnecke.

Auf dem beschriebenen Wanderweg haben wir ca. 9 km zurückgelegt. Wem die Tour zu lang ist, oder wer nur einen kurzen Zwischenstopp auf den Weg in den Harz einlegen möchte, der kann auch vom Parkplatz aus unterhalb des Regensteins die Burgruiene erorbern.

Weitere Informationen
HarzElbeExpress
www.hex-online.de
Tel.:(03941) 678 333

Kurverwaltung
Blankenburg
Tel.:(03944) 2898
www.blankenburg.de

Quellenangabe
Text: In Anlehnung an Tourenbeschreibung des Flyers "Geopark -Zwischen Regen- und Ilsenstein
Herausgeber: Regionalverband Harz e.V.

Fotos: freie Fotos aus www.wikipedia.de